Bauplan · ergänzt das Konzept "Context Layer · Klein starten"

Das Company Brain.
Schritt für Schritt.

Wie das zentrale Athletia Company Brain konkret entsteht: 12 Schritte in 4 Phasen, jeder mit Owner und Ergebnis. Kein Big Bang, jede Phase liefert etwas Nutzbares, und am Ende jeder Phase kann man ehrlich entscheiden, ob es weitergeht.

4Phasen
12Schritte mit Owner und Ergebnis
~12Wochen bis zur Messung
10Fragen vorab zu klären

Für Lukas, Johannes und Flo · von Nicolas Meibohm, High Intent Labs · Diskussionsgrundlage für den Workshop

Das Prinzip

Erst der Pool, dann die Agenten, dann die Kunden

Die Reihenfolge ist der Kern dieses Plans. Das Company Brain wird zuerst rein intern gebaut und genutzt (null Kundenrisiko), erst dann fließen Ergebnisse kontrolliert Richtung Kunde. Und: PeakDiver liefert schon heute ein sauberes Datenmodell je Post (Brand, Club, Wettbewerb, Plattform, Format, owned/earned, Mediawert). Wir erfinden keine Datenwelt, wir machen die vorhandene abfragbar und generierfähig.

AIntern zuerst

Die ersten Nutzer des Brains sind Athletia-Mitarbeiter, nicht Kunden. Interner Copilot und Entwurfs-Agenten dürfen Fehler machen, ein Mensch prüft alles, bevor es je einen Kunden erreicht.

BEin Pool, klare Kanten

Alle PeakDiver-Daten in einem zentralen Datenraum (nur Athletia-intern). Kundenspezifisches (CI, Historie) liegt getrennt je Kunde. Nach außen fließen nur anonymisierte Aggregate.

CTore statt Roadmap-Glaube

Nach jeder Phase ein Ausstiegstor mit Messung. Weitergebaut wird, weil die Zahlen es tragen, nicht weil der Plan es vorsieht.

Die 12 Schritte

Phase 0: Klären

Woche 0 · noch kein Code, nur Entscheidungen

1

Bauplan-Workshop

Ein Tag mit Lukas, Johannes, Flo und dem Dev. Ergebnis: Zielbild bestätigt, Pilot-Kunde gewählt, Erfolgsmaße festgelegt (Zeit pro Report und Deck vorher/nachher, Stückzahl, Qualitätsurteil des Teams). Die Frageliste unten ist die Agenda.

HIL moderiertAthletia entscheidet

Ergebnis: beschlossener Scope auf einer Seite.

2

Datenzugang inventarisieren

Wo liegen die PeakDiver-Daten physisch (Datenbank, Hosting, gibt es eine interne API)? Wie groß ist der Pool, wie oft aktualisiert er sich, wer kann einen Read-only-Zugang bereitstellen? Eine halbe Stunde mit dem Dev klärt, wie der Connector in Schritt 5 gebaut wird.

Athletia-DevHIL fragt strukturiert ab

Ergebnis: Zugangsweg + Datenvolumen schwarz auf weiß.

3

Rechts- und Vertragscheck starten

Drei Fragen an Datenschutzbeauftragten bzw. Kanzlei: (a) Was darf zentral gepoolt werden, was sagen die Bestandsverträge? (b) Stecken personenbezogene Daten in den Posts (Kommentare, Nutzernamen) und wie gehen wir damit um? (c) AVV und Zero-Retention mit dem Modell-Anbieter. Läuft parallel, blockiert Phase 1 nicht, muss aber vor Phase 3 grün sein.

Athletia + DSB/KanzleiHIL liefert die Fragenliste

Ergebnis: Ampel je Datenkategorie, To-do-Liste für Vertragsklauseln.

Phase 1: Fundament

Wochen 1-2 · der Datenraum entsteht

4

Datenraum aufsetzen

Postgres in der EU (Start: Neon oder RDS Frankfurt), ein Schema für den zentralen Pool (Posts, Kanäle, Marken, KPIs, Zeitreihen), pgvector für Embeddings im selben Haus, Objekt-Storage (S3/R2) für Assets und spätere Exporte. Alles als Code (Infrastruktur reproduzierbar), Zugriff nur über Service-Accounts mit Audit-Log.

HIL bautAthletia-Dev baut mit

Ergebnis: leerer, sauber strukturierter Datenraum in der EU.

5

PeakDiver-Connector bauen

Ein täglicher Sync-Job (read-only) aus der PeakDiver-Quelle in den Pool, gekapselt als MCP-Server: eine Schnittstelle, die später jeder Agent als Werkzeug nutzt. Erster Testlauf mit dem Showcase-Datensatz (192k Posts), dann der echte Pool. PeakDiver selbst wird nicht angefasst.

HIL bautAthletia-Dev gibt Zugang + Review

Ergebnis: der Pool füllt sich automatisch, täglich.

6

Model-Gateway einziehen

Ein einziger Dienst vor allen LLM-Aufrufen: EU-Verarbeitung mit AVV und Zero-Retention, Modellwahl je Aufgabe (großes Modell für Argumentation, kleines für Klassifikation), Kosten-Limits und Logging pro Anwendungsfall. Kein Agent ruft je ein Modell direkt auf.

HIL baut

Ergebnis: kontrollierter, bezahlbarer, auditierbarer Modell-Zugang.

7

Wissensbasis befüllen

Was das Brain außer Zahlen wissen muss: Athletia-Playbooks und Prozesswissen, Report- und Deck-Vorlagen, CI-Assets je Kunde (Logos, Farben, Tonalität), die Best-Case-Datenbank (~3.700 kuratierte Posts) als durchsuchbare Inspirationsquelle. Eingelesen, verschlagwortet, embedded.

HIL baut PipelineAthletia liefert Material

Ergebnis: das Brain kennt Zahlen UND Kontext.

Tor nach Phase 1: Läuft der tägliche Sync stabil und stimmen Stichproben gegen PeakDiver? Wenn nein, wird hier repariert, nicht weitergebaut.

Phase 2: Erste Agenten, intern

Wochen 3-8 · Athletia nutzt das Brain selbst

8

Interner Query-Copilot

Chat auf dem Pool, nur für Athletia-Mitarbeiter: "Wie hat Adidas über alle Kanäle in der Rückrunde performt?" oder "Top-10-Reels nach Engagement-Rate für Kunde X". Antworten immer mit Datenbeleg. Das ist der PeakDiver Copilot aus Flos Liste, bewusst zuerst intern: hier darf er reifen, ohne Kundenvertrauen zu riskieren.

HIL bautAthletia-Team testet täglich

Ergebnis: Datenabfragen in Sekunden statt Filter-Klickstrecken.

9

Report-Agent

Erzeugt die Monats-Insights für den Pilot-Kunden als fertigen Entwurf im Kunden-CI: Kennzahlen, Write-up, Auffälligkeiten, Empfehlungen. Das Team, das die Mail heute in ~2 Stunden von Hand baut, wird zur QA-Instanz und misst: Wie lange dauert es jetzt, wie gut ist es?

HIL bautReport-Team prüft jede Ausgabe

Ergebnis: der erste messbare Vorher-nachher-Beweis.

10

Deck-Agent + Freigabe-Tor

Sponsoring-Argumentation auf Knopfdruck: Brand-Reichweiten aus der Logo-Erkennung, Zielgruppen-Fit, Forecast (andockend an die bestehende Campaign Calculation), als Deck-Entwurf im CI (HTML zu PDF/PPTX). Dazu das harte Tor für alles Kundengerichtete: nichts verlässt das Haus ohne menschliche Freigabe, jede Ausgabe im Audit-Log.

HIL bautPartner-Sales gibt frei

Ergebnis: Sponsoring-Unterlagen in Stunden statt Tagen.

Tor nach Phase 2: Nutzt das Team den Copilot freiwillig? Spart der Report-Agent nachweislich Zeit bei gleicher oder besserer Qualität? Das entscheidet über Phase 3.

Phase 3: Anonymisierung + erstes Customer Brain

Wochen 9-12 · jetzt erst Richtung Kunde

11

Benchmark-Pipeline

Ein versionierter Metrik-Katalog legt fest, welche Kennzahlen aggregiert werden dürfen (Engagement-Raten, Reichweiten-Bänder, Format-Muster). Nächtlicher Job rechnet Kohorten-Werte, k-Anonymität ab mindestens 5 vergleichbaren Kunden, Ergebnis landet in einem separaten Benchmark-Store (read-only). Geht erst live, wenn der Rechtscheck aus Schritt 3 grün ist. Bis dahin: Vergleiche nur gegen die eigene Historie des Kunden.

HIL bautDSB nimmt ab

Ergebnis: Netzwerk-Intelligenz, die niemanden verrät.

12

Erstes Customer Brain + Messung

Für den Pilot-Kunden entsteht der eigene, getrennte Datenraum: seine PeakDiver-Sicht, sein CI, seine Report- und Sponsoring-Historie, plus Benchmark-Zugriff (nur Aggregate). Report- und Deck-Agent arbeiten ab jetzt hierüber. Dann: 4 Wochen Alltagsbetrieb, Messung gegen die Erfolgsmaße aus Schritt 1, ehrliche Entscheidung am Ausstiegstor über Welle 2 (weitere Use Cases, weitere Kunden).

HIL baut + übergibtAthletia betreibt zunehmend selbst

Ergebnis: das Muster, das sich auf ~80 Kunden kopieren lässt.

Aufwand ehrlich benannt: HIL 1-2 Tage pro Woche über die 12 Wochen, Athletia-Dev in vergleichbarem Umfang, Produktverantwortlicher ca. 1 Tag pro Woche, Report-Team punktuell für QA. Infrastruktur im MVP: niedriger dreistelliger Euro-Betrag pro Monat plus Modellkosten nach Verbrauch. Keine neue Abteilung, nichts im Keller.