Entwurf für das Gespräch mit Lukas Klumpe · intern · noch nicht mit Athletia geteilt
● Integrations-Playbook · vom Konzept in den Betrieb

Wie die 16 Use Cases wirklich in Athletia landen.

Das Company Brain war das WAS und WARUM. Dieses Playbook ist das WIE und WOMIT: in welcher Reihenfolge integriert wird, was jeder Use Case konkret an Daten, Zugängen und Freigaben braucht, welche Voraussetzungen zuerst stehen müssen, und ein Fahrplan für die ersten 90 Tage.

4Integrations-Wellen
16Use Cases, je mit Owner & Zugang
90Tage bis zum gemessenen Pilot
5Modul-Owner statt ein Gesamt-Owner

Erstellt von HIL (High Intent Labs) für Lukas Klumpe · Athletia Sports GmbH, Köln · Juli 2026 · Ergänzt die Company-Brain-Analyse

Ausgangslage

Was fehlt, wenn "das klingt gut" nicht reicht

Die Company-Brain-Analyse hat die Architektur, den Use-Case-Katalog und das Sicherheitsfundament geliefert. Was für ein Gespräch fehlt, das über die Idee hinausgeht: die Integrationslogik. Nicht alle 16 Use Cases sind am Tag 1 gleich gut startbar.

Der Denkfehler

Reine Priorisierung nach Geschäftshebel würde z. B. Brand-Matching (sehr hoher Impact) vor die Reports schieben. Das übersieht, was an Fundament schon stehen muss.

Der Ansatz hier

Ein Sequencing, das Abhängigkeiten ernst nimmt: erst Identität & Rechte, dann die Use Cases, die auf genau diesem Fundament sicher laufen.

Das Ergebnis

Pro Use Case ein Owner, ein Zugriffs-Bedarf, eine Freigabe-Stufe. Und ein 90-Tage-Fahrplan, der zeigt, wann Athletia den ersten gemessenen Erfolg sieht.

Integrations-Reihenfolge

Vier Wellen statt einer Prioritätenliste

Jede Welle baut auf der vorherigen auf. Kein Use Case startet, bevor seine Voraussetzung steht.

Welle 0Fundament, 2-3 Wochen

Voraussetzung für alles Weitere Kein Use Case ohne dies

Identität/Rechte an Google-Workspace-Gruppen anbinden, Zugriffs-Scopes je Team definieren, erste Connectoren für die Pilot-Systeme, Grundgerüst Audit-Log. Teil des bezahlten Discovery.

Welle 1Pilot, Monat 1-2

Voraussetzung: YouTube CMS/Content-ID-Zugriff, Ad Manager + CRM Lesezugriff, Sponsor + Pilot-Team stehen.

#1 Piraterie-Monitoring + Beweispaket + Takedown-Entwurf · #2 Auto-Reports pro Partner · #10 Kampagnen-Report für Werbekunden. Ziel: ein messbarer Wow-Case plus schneller, breiter Nutzen.

Welle 2Ausbau, Monat 3-4

Voraussetzung: Knowledge Layer produktiv für Pilot-Daten, Analytics-Quellen angebunden, interne Wissensbasis eingelesen.

#3 Analytics-Abfrage über alle Daten · #4 Brand-zu-Kanal-Matching · #7/#8 Metadaten/Untertitel · #13 Internes Wissens-Q&A · #14 Meeting-Notizen → Aufgaben. Baut auf Welle 1 auf, keine neuen Grundsatzentscheidungen mehr.

Welle 3Breite, Monat 5-6

Voraussetzung: Interfaces in Slack/Teams live, Kosten-Guardrails scharf, Change-Rhythmus etabliert.

#5 Pitch-Deck/Mediaplan-Generierung · #6 Highlight-Erkennung · #9 Repurposing · #11 Inbound-Qualifizierung · #12 Partner-Onboarding · #15 Sentiment-Analyse · #16 Frühwarnung Reichweite.

Warum nicht rein nach Impact/Aufwand: Ein Use Case mit "sehr hoher" Priorität, der aber einen noch nicht bestehenden Wissensgraphen braucht, verzögert sich sonst selbst. Das Sequencing macht die Abhängigkeit explizit, bevor sie zum Blocker wird.
Konkret, pro Use Case

Was jeder Use Case an Daten, Owner und Freigabe braucht

Freigabe-Stufe nach dem Risiko-Raster der Company-Brain-Analyse: Niedrig früh breit automatisierbar, Mittel Zugriffskontrolle + Audit, Hoch bleibt lange im Vorschlags-Modus mit menschlicher Freigabe.

#Use CaseWelleOwnerDaten/Zugänge nötigFreigabe
1Piraterie-Monitoring + Beweispaket + TakedownW1Rights/Protect-LeadYouTube Content-ID/CMS, Referenz-Bibliothek, RechteumfangHoch
2Auto-Reports pro PartnerW1Channel-LeadYouTube Analytics API, Partner-Stammdaten (CRM)Niedrig
10Kampagnen-Report für WerbekundenW1Sales-LeadAd Manager API, Kampagnen-StammdatenMittel
3Analytics-Abfrage über alle DatenW2Analyse-LeadAggregierter Zugriff YouTube+AdManager+SocialMittel
4Brand-zu-Kanal MatchingW2Sales-LeadAudience-Daten, Werbekunden-Historie, Partner-ProfileMittel
7SEO-Metadaten pro PlattformW2Content-OpsYouTube CMS Schreibzugriff (mit Freigabe)Niedrig
8Mehrsprachige Untertitel/ÜbersetzungW2Content-OpsVideo-Rohdateien/TranskripteNiedrig
13Internes Wissens-Q&AW2Ops-LeadDocs/Drive/Wiki, mit Team-Scopes gelabeltNiedrig
14Meeting-Notizen → AufgabenW2Ops-LeadNotetaker (team-geteilt, nicht privat)Niedrig
5Pitch-Deck/Mediaplan generierenW3Sales-LeadVorlagen-Bibliothek, Marken-/Kanal-DBNiedrig
6Highlight-/Clip-ErkennungW3Content-OpsVideo-Rohdateien, Vision-ModellNiedrig
9Repurposing → Shorts/TikTok/ReelsW3Content-OpsVideo-Rohdateien, FormatvorgabenNiedrig
11Inbound-Anfragen qualifizieren + routenW3Sales-LeadFunktionales Postfach (sales@), CRM-SchreibzugriffHoch
12Partner-OnboardingW3Ops-LeadVertrags-Templates, CRMNiedrig
15Kommentar-/Sentiment-AnalyseW3Analyse-LeadKommentar-Feeds je PlattformMittel
16Frühwarnung Reichweiten-EinbruchW3Channel-LeadYouTube Analytics API, SchwellenwerteNiedrig
Jeder Use Case braucht zusätzlich: einen benannten Owner, ein Freigabe-Tor für alles Ausgehende, und ein Erfolgsmaß (Zeit gespart, Fälle bearbeitet, Durchlaufzeit) — sonst bleibt "es läuft" unbelegt.
Bevor es losgeht

Organisatorische Voraussetzungen, konkret

Über die Grundliste hinaus (Sponsor, Pilot-Team, Zugänge, Rechte-Rahmen, Change-Bereitschaft, Owner) — das, was speziell die Integration selbst braucht.

1Owner pro Modul

Nicht nur ein Gesamt-Owner. Jedes der 5 Module braucht eine Person, die den jeweiligen Agenten abnimmt und im Alltag Feedback gibt. Ohne Modul-Owner verwaist ein Use Case nach dem Pilot.

2Daten-Hygiene je Quelle

Nicht "alle Daten aufräumen". Die Pilot-Quellen (z. B. YouTube CMS + ein CRM-Segment) müssen für Welle 1 sauber genug sein. Der Rest folgt Welle für Welle.

3DSGVO/Betriebsrat ab Welle 0

Nicht erst wenn Mail-Anbindung ansteht — die Scope-Definition in Welle 0 ist bereits mitbestimmungsrelevant.

4Zugänge-Checkliste vor Kick-off

Wer erteilt API-Zugriff auf CMS, Ad Manager, CRM? I. d. R. unterschiedliche Systemverantwortliche, nicht Lukas allein. Früh identifizieren, sonst blockiert Welle 1 an einer Signatur.

5Budget-Freigabe pro Welle

Passt zum Ausstiegstor-Prinzip der Roadmap: Welle 1 wird freigegeben, gemessen, dann erst Welle 2 beauftragt. Kein Jahresbudget auf einmal, kein Risiko für eine Fehlinvestition in großem Stil.

Der schwerere Teil

Change-Management & Enablement

Die Technik ist der leichtere Teil. Was ein Company Brain wirklich zum Laufen bringt, ist, dass ~150 Menschen es tatsächlich nutzen.

Kommunikation vor Rollout

Jede Welle wird dem betroffenen Team vorher erklärt: was ändert sich, was bleibt beim Menschen, was übernimmt der Agent. Kein Use Case taucht ohne Ankündigung im Alltag auf.

Onboarding pro Rolle

Wenn ein Team seinen "digitalen Kollegen" bekommt, gibt es eine kurze, geführte erste Session: gemeinsam die ersten drei echten Aufgaben durchgehen, nicht nur eine Doku verlinken.

Feedback-Schleife ab Tag 1

Ein einfacher Kanal (z. B. Slack-Thread pro Agent), über den das Team meldet, wenn eine Antwort falsch war oder ein Freigabe-Tor nervt. Ohne diese Schleife verliert das Team schnell Vertrauen.

HIL Academy als Rückgrat

Statt einmaliger Schulung ein laufendes Curriculum, gestaffelt mit den Wellen: Welle 1 schult die Pilot-Rollen, Welle 2/3 folgen den neu hinzukommenden Teams.

Compliance-Hebel: Art. 4 EU AI Act Pflicht statt Kür

Athletia braucht ohnehin einen dokumentierten KI-Schulungsnachweis (seit 02/2025, Bußgeldrahmen bis 15 Mio. €). Die Academy deckt diesen Nachweis durchgängig ab, nicht nur punktuell — läuft mit den Wellen statt als Einzeltermin.

Ein sichtbarer früher Erfolg pro Welle. Für Welle 1 ist das der Protect-Case ("X Verletzungen gefunden, Y Reichweite zurückgeholt") — intern kommuniziert, damit die nächste Welle auf Vertrauen statt Skepsis trifft.
Die ersten 90 Tage

Konkreter Fahrplan bis zum gemessenen Pilot

Vom Discovery bis zur Entscheidung über Welle 2, in fünf Etappen.

Wo 1-2

Discovery

Systeme, Pain-Points, Datenlage, Rechtelage aufnehmen. Pilot-Use-Case final festlegen. Modul-Owner benennen.

Wo 3-4

Welle 0: Fundament

Identity/Rechte-Scopes anlegen, erste Connectoren (Pilot-Systeme), Audit-Log-Grundgerüst, DSGVO-/Betriebsrat-Freigabe für den Rahmen.

Wo 5-8

Bau Welle 1

Protect-Agent + Reports-Agent, mit echten Daten, Freigabe-Tore scharf geschaltet. Erstes Onboarding fürs Pilot-Team.

Wo 9-10

Pilot live

Im Alltag im Einsatz. Feedback-Schleife aktiv, erste Korrekturen.

Wo 11-12

Messung & Entscheidung

Zeit gespart, Fälle bearbeitet, Adoption auswerten. Budget-Freigabe-Tor: Entscheidung über Welle 2.

Ergebnis nach 90 Tagen: ein laufender, gemessener Pilot in Protect + Reports, ein bewährtes Rechte-Fundament, auf dem Welle 2 direkt aufsetzen kann, und eine klare Entscheidungsgrundlage für Athletia.