Die Company-Brain-Analyse und das Integrations-Playbook beschreiben Athletias internes Brain. Dieses Konzept beschreibt das Produkt dahinter: ein eigenes Brain für jeden Vereins-Kunden, gestartet als Agenturleistung, gewachsen zur Plattform, auf der die kommerzielle Arbeit des Vereins tatsächlich stattfindet. Bewusst ohne Pricing und Geschäftsmodell, das ist ein eigenes Gespräch.
Aus dem Call vom 28.07.: die Aufspaltung in LIQE (Content/Creation) und Rights-Management kommt im Oktober, PeakDiver wandert unter LIQE. Die AI-Strategie dahinter heißt "Brain pro Kunde". Dieses Dokument macht daraus ein umsetzbares Konzept.
Die ersten drei Deliverables behandeln Athletias internes Company Brain: wie ~150 Mitarbeitende effizienter arbeiten. Architektur, 16 Use Cases, Sicherheit, Integrationsreihenfolge.
Ein Brain pro Vereins-Kunde, von LIQE gebaut und betrieben. Kein Overlap zwischen Kunden, aber anonymisiertes Benchmarking über das Netzwerk. Der Moat sind die plattformübergreifenden Daten, nicht die Foundation Models.
Maximale Kundenbindung, aber produktseitig verdient, nicht vertraglich erzwungen. Ein Verein bleibt, weil das Brain ihm mehr Wert liefert als jede Alternative, nicht weil ein Vertrag ihn festhält.
Das Beispiel aus dem Call: Vodafone will ein Sponsoring-Paket beim 1. FC Köln. Heute sammelt ein Sales-Mitarbeiter tagelang Daten zusammen und baut manuell ein Deck. Mit dem Brain dauert das Stunden.
PeakDiver-Performance-Daten (Reichweite, Engagement, Zielgruppen je Plattform), die eigene Sponsoring-Historie des Vereins und anonymisierte Benchmark-Werte aus dem Netzwerk.
Zielgruppen-Fit-Argumentation (warum passt Vodafones Zielgruppe zu Kölns Fanbase), Kennzahlen-Slides, Angebots-Grundgerüst. Mit Benchmark ist der Fit ein Beleg, ohne nur eine Behauptung.
LIQE prüft, passt an, liefert an den Verein. In Stufe 1 ist das explizit eine Agenturleistung: der Verein bekommt Ergebnisse, kein Tool. Das Brain ist LIQEs interner Hebel.
| Leistung | Was der Verein bekommt | Datenbasis |
|---|---|---|
| Sponsoring-Deck-Generierung | Fertiger Angebots-/Pitch-Entwurf für einen konkreten Sponsoring-Kontakt | PeakDiver + Vereins-Historie + Benchmark |
| Performance-Reports mit Einordnung | Nicht nur Zahlen: "euer Engagement liegt X% über dem Netzwerk-Schnitt, hier sind die drei Gründe" | PeakDiver + Benchmark |
| Zielgruppen-/Fan-Profil-Reports | Wer die Fanbase wirklich ist, als Grundlage für Sponsoring und Content-Planung | PeakDiver + ggf. Vereins-CRM |
| Renewal-Vorbereitung | Frühwarnung + Argumentationshilfe, wenn ein Sponsor Anzeichen für Nicht-Verlängerung zeigt | Sponsoring-Historie + Engagement-Trend |
| Wissens-Ablage der Beziehung | Jede Verhandlung, jedes Preismodell, jede Reaktion bleibt erhalten, auch bei Personalwechsel im Verein | Vereins-eigene Historie |
Die Grundarchitektur ist dieselbe wie im internen Athletia-Brain. Neu ist die Mandanten-Dimension: so viele Brains wie Kunden, plus eine einzige Schicht, in der ausschließlich anonymisierte Aggregate zusammenfließen.
Kein Kunde wird in eine höhere Stufe "verkauft". Er wächst dorthin, weil die Nutzung es zeigt. Der Wert entsteht schon in Stufe 1, ohne dass die Plattform existieren muss.
| Stufe | Name | Was der Verein bekommt | Wer bedient das Brain | Übergangskriterium |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Agentur-Service (Managed Brain) | Fertige Ergebnisse auf Anfrage: Decks, Reports, Argumentationshilfen | LIQE-Team, Brain im Hintergrund | Wiederkehrende gleichartige Anfragen, genug Volumen für Standard-Workflows |
| 2 | Co-Pilot / Self-Service light | Eigenes Chat-/Dashboard-Interface, Standard-Anfragen selbst anstoßen | Vereins-Mitarbeiter + LIQE als Freigabe-Instanz | Fehlerquote niedrig, aktive regelmäßige Nutzung |
| 3 | Self-Service-Plattform | Direkter Zugriff aufs eigene Brain über mehrere Abteilungen | Vereins-Mitarbeiter selbst, mehrere Rollen | Mehrere Abteilungen nutzen es unabhängig, Datenbasis breit genug |
| 4 | Vollintegrierte Vereins-Plattform | Sponsoring, Content, Ticketing, Merch, CRM in einem System, das operative Rückgrat der kommerziellen Seite | Verein im Alltag, LIQE liefert Infrastruktur + Benchmarking | Nur für Kunden mit Kapazität und Ambition, nicht jeder muss hierhin |
Die Frage ist nicht "wie halten wir den Verein vertraglich fest", sondern "warum sollte er jemals wechseln wollen". Drei Mechanismen, die sich gegenseitig verstärken.
Jeder Monat macht das eigene Brain wertvoller: nach drei Jahren kennt Kölns Brain jede Verhandlung, jedes Preismodell, jeden Kampagnen-Erfolg. Ein neuer Anbieter fängt bei Null an.
Institutionelles Gedächtnis statt austauschbares Tool.
Funktioniert nur mit proprietären Ergebnisdaten (Deal gewonnen/verloren), nicht mit öffentlichen Social-Daten allein. Deshalb greift Hebel 1 erst voll, wenn Hebel 3 steht.
Nur LIQE kann beantworten "was ist marktüblich für ein Paket wie Vodafone/Köln bei dieser Reichweite", weil nur LIQE über ~80 Kunden aggregiert. Je mehr Vereine, desto wertvoller für jeden einzelnen.
Wer geht, verliert die Vergleichsbasis, die er mit aufgebaut hat.
Das Netzwerk existiert mit PeakDiver im Kern schon, das ist der seltene Startvorteil.
Sobald Sponsoring-Pipeline, Content-Freigaben und Kampagnen über die Plattform laufen, ist ein Wechsel kein Tool-Tausch mehr, sondern der Neuaufbau operativer Infrastruktur.
Derselbe Effekt wie bei CRM/ERP: echte Arbeit bindet.
Entsteht ab Stufe 2 und wächst mit jeder Abteilung, die dazukommt.
Jede Zeile ist im Kern das Vodafone/Köln-Muster: proprietäre Vereinsdaten plus anonymisiertes Benchmarking plus generierter Entwurf, den ein Mensch freigibt. Nur Datensatz und Ausgabeform ändern sich. Deshalb reicht eine Architektur für alles.
| Abteilung | Use Case | Was das Brain liefert | Ab Stufe |
|---|---|---|---|
| Sponsoring / Sales | Automatisierte Sponsoring-Decks | Zielgruppen-Fit, Kennzahlen, Angebots-Entwurf | 1 |
| Renewal-Frühwarnung | Signal bei Anzeichen für Nicht-Verlängerung | 1-2 | |
| Inbound-Anfragen qualifizieren | Vorsortierung und Routing eingehender Anfragen | 2 | |
| Benchmark-gestützte Preisverhandlung | Netzwerk-Vergleichswerte als Argumentationsgrundlage | 2 | |
| Content | Performance-Reports mit Handlungsempfehlung | Einordnung und nächste Schritte je Kanal/Format | 1 |
| Netzwerk-Benchmarking | Eigener Content im Vergleich zu ähnlichen Vereinen, anonymisiert | 1-2 | |
| Kampagnen-Ideen zu Sponsoring-Momenten | Content-Vorschläge passend zu laufenden Paketen | 2-3 | |
| Ticketing | Nachfrage-Prognose je Spiel | Vorhersage schwacher/starker Spiele für Promo-Entscheidungen | 2-3 |
| Promo-Kampagnen für schwache Spiele | Zielgruppen-spezifischer Kampagnen-Entwurf | 3 | |
| Dauerkarten-Abwanderungsrisiko | Frühwarnung, welche Inhaber wahrscheinlich nicht verlängern | 3 | |
| Merch | Kampagnen an Content-Momente gekoppelt | Vorschläge abgestimmt auf virale Momente oder Sponsoring-Launches | 3 |
| Sortiments-/Nachfrage-Abgleich | Welche Produkte zu welchen Fan-Segmenten passen | 3-4 | |
| CRM | Einheitliches Fan-/Kundenbild | Ticketing-, Merch- und Engagement-Daten je Fan, mandantensicher | 3-4 |
| Abwanderungsrisiko Mitglieder | Frühindikator plus personalisierte Ansprache-Vorschläge | 3-4 | |
| Cross-Sell über Abteilungen | Gemeinsame Pakete für Sponsoring + Ticketing + Merch bei einer Marke | 4 |
LIQE hat mit PeakDiver bereits ~80 Kunden, echte Datenzugänge und Vertrauen. Der Rollout nutzt diese Basis. Das ist der Startvorteil, den ein Wettbewerber bei Null nicht hat.
Bestehende PeakDiver-Kunden mit aktiver Sponsoring-Funktion, guter Datenlage und internem Fürsprecher. Nur die Sponsoring-Deck-Generierung, damit der erste Erfolg schnell sichtbar und messbar ist (Zeitersparnis, Deck-Anzahl, Qualität aus Vereins-Sicht).
Content-Reports, erste Renewal-Frühwarnung. Ziel: diese Kunden organisch Richtung Stufe 2 (Co-Pilot) bewegen, weil sie regelmäßig und ohne Reibung mit dem Brain arbeiten.
Die ~80 Bestandskunden nach Datenlage, Sponsoring-Aktivität und Kapazität segmentieren, je Segment den wertvollsten Use Case ausrollen. Jeder neue Kunde macht das Benchmarking für alle besser, das ist der eigentliche Skalierungshebel.
Stufe 3/4 wird gebaut, wenn mehrere Kunden aus A/B eigenständig danach fragen bzw. das Nutzungsmuster es zeigt. Keine Plattform auf Verdacht.
Analog zum Sicherheitsfundament der Company-Brain-Analyse, aber strenger: jeder "Partner" ist hier ein eigenständiger externer Kunde mit eigenem Vertrag.
Verarbeitung und Speicherung ausschließlich in der EU. AVV mit jedem Modell-/Infrastruktur-Anbieter. Kein Training auf Kundendaten, vertraglich zugesichert.
Eigener isolierter Datenraum je Kunde. Rechte werden in der Abrufschicht durchgesetzt, nicht in der Antwort: Kölns Brain kann technisch nicht auf Daten eines anderen Vereins zugreifen, egal wie die Anfrage formuliert ist.
Für Fan-/CRM-/Ticketing-Daten ist der Verein Controller, LIQE Auftragsverarbeiter. Ab Stufe 3/4 (echte Fan-Daten): DSFA für Profiling wie Abwanderungsrisiko, klare Rechtsgrundlage je Anwendungsfall.
Nur Aggregate verlassen die Mandantengrenze (Perzentile, Bänder), nie Rohdaten. Mindest-Kohortengröße (k-Anonymität, z.B. mindestens 5 vergleichbare Vereine), sonst wird der Wert nicht angezeigt. Vertragsklausel mit Opt-out und Transparenz je Kunde.
Vertraglich verankertes Exportrecht des Vereins für seine eigenen Daten. Kein Widerspruch zur Retention-Logik, sondern deren Voraussetzung.
Ab Stufe 2 rollenbasierte Rechte im Verein (Sales sieht Sponsoring, Ticketing sieht Ticketing). Jede Brain-Aktion lückenlos protokolliert: Compliance-Nachweis und Vertrauensargument zugleich.
Keine Wette auf Neuland: die stärksten Vergleichsfälle aus der Sportindustrie zeigen genau diesen Übergang.
Sport-Marketing-/Datenagentur, hat 2024 die Sponsorship-Software KORE übernommen und bedient heute als Plattform 700+ Organisationen, darunter 118 der 154 großen US-Profiteams. Benchmarking ist das Kern-Feature. Exakt der Weg, den LIQE gehen würde.
Data-Clean-Room-Muster für anonymisierte Aggregation in der Sportindustrie: Daten bleiben beim Rechteinhaber, Netzwerkwert entsteht trotzdem. Die technische Referenz für die Benchmark-Ebene.
Managed Service wurde Self-Service-Plattform in der Sport-Videoanalyse: Vereine bedienen sich heute selbst, wo früher Analysten beauftragt wurden. Vereine gehen den Weg zu Self-Service mit, wenn der Wert stimmt.
Besetzen die Sponsoring-Bewertungs-Nische als Punktlösungen. Für LIQE heißt das: Differenzierung über Datenbreite und Vereins-Historie, nicht über Nachbau. Das Wettbewerbsfenster ist offen, aber nicht ewig.
Dieselbe Struktur wie beim internen Athletia-Brain, diesmal auf ein Kunden-Produkt gerichtet.
Dieses Dokument als Diskussionsgrundlage, dann gemeinsam mit Lukas, Johannes und Alex den ersten Leuchtturm-Kunden und den ersten Use Case final festlegen.
Sponsoring-Deck-Generierung auf der bestehenden PeakDiver-Datenbasis. Genau der Bereich, den Lukas als Schwachstelle benannt hat: Output-Generierung.
Technischer Unterbau für Mandantentrennung und Benchmark-Ebene, von Anfang an mandantensicher gebaut, nicht nachgerüstet.
Wellen und Meilensteine statt Big-Bang, inklusive Ausstiegstor nach jeder Stufe, wie im Integrations-Playbook.